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Wahl der Fußballer und Mannschaften
des Jahres 2007 im Kreis Birkenfeld


Die Nominierten:

Männer-Mannschaft
  • SC Idar-Oberstein: Eine Saison aus dem Bilderbuch zauberten die Haag-Künstler auf den grünen Rasen. Eine einzige Niederlage gab es, dazu vier Unentschieden und 25 Siege. So souverän war in 55 Jahren noch keine Mannschaft Meister der SWFV-Verbandsliga geworden. Im Jubiläumsjahr - der SCIO wird im August 100 Jahre jung - kehrt der Verein in die Oberliga zurück. Trainer Patric Muders krempelte vor der Saison den Kader um und schaffte die Traumrunde mit einer Mixtur aus jungen hungrigen Spielern und ein paar alten Hasen.
  • Bollenbacher SV: Den Betriebsunfall Abstieg hat der BSV im Rekordtempo ausgemerzt. Innerhalb von neun Monaten gelang der direkte Wiederaufstieg und dies trotz einiger Verletzungssorgen und überraschender Abgänge während der Saison. Doch nicht nur die überlegene Meisterschaft in der Bezirksliga überzeugte, am beeindruckendsten war die Art und Weise, wie der BSV Fußball spielte. Hinten Mann gegen Mann, nach Ballgewinnen schnell auf drei Spitzen gepasst - das war modern und attraktiv.
  • TuS Mörschied: 40 Jahre A-Klasse sind vorbei. Der TuS verabschiedet sich in höhere Gefilde und steigt als Meister der Bezirksklasse in die Bezirksliga auf. In einer - zumindest zu Beginn - sehr ausgeglichenen Spielklasse war der TuS das Maß aller Dinge, setzte sich frühzeitig ab und ließ sich auch von einem Frühjahrs-Tief nicht aus der Ruhe bringen. Im direkten Duell bei Verfolger Brücken stellte der TuS - ausgestattet mit vielen jungen Spielern - die Weichen auf Titelgewinn.
  • FC Brücken: Unglücklicher als der FCB kann ein Team den Aufstieg kaum verpassen: im Elfmeterschießen eines Entscheidungsspiels. Zuvor bereits sausten die Brückener über die Gefühls-Achterbahn: Ausgleich kurz vor Schluss kassiert, Ausgleich kurz vor Schluss erzielt. Auch das "Finale" vor 1500 (!) Zuschauern stand auf des Messers Schneide. Beim FCB gefiel vor allem der Jugendstil und die Moral.
  • TuS Tiefenstein: Einen Durchmarsch - als Aufsteiger gleich wieder Meister werden - gibt es nicht oft. Der TuS legte einen hin, geprägt von großer Souveränität und Ruhe. Die Schützlinge von Trainer Klaus Drahoss wurden auch nicht nervös, als die Serien-Täter des SV Niederwörresbach II Punkt für Punkt aufholten. Abteilungsleiter Frank Forster hatte seinem Team eine Glatze für den großen Triumph versprochen - mittlerweile ist wieder so etwas wie eine Frisur zu erkennen...
  • TuS Breitenthal/Oberhosenbach: Nachsitzen mussten die TuS-Kicker. Das erste Endspiel hatten sie vergeigt, doch beim zweiten - dem Entscheidungsspiel gegen die SG Rötsweiler-Nockenthal in Göttschied - setzten sie sich durch und durften jubeln. Neben dem für die Kreisklasse sehr ansehnlichen Power-Fußball sticht bei den Breitenthalern die Integration von ausländischen Fußballern hervor.

Frauen-Mannschaft
  • DSG Breitenthal/Tiefenstein: Der Vorjahres-Meister wiederholte seinen Titelgewinn in der Verbandsliga und macht nun das, wozu er sich ein Jahr zuvor nicht traute: Er steigt in die Regionalliga auf. Rückkehrer Martin Fey formte eine schlagkräftige Truppe mit einigen neuen, jungen Spielerinnen. Bis weit in die Rückrunde blieb das Team ungeschlagen, ehe ein kleines Tief kam. Da stand die Meisterschaft aber längst fest. Torjägerin Anja Klein ist der Kopf des spielstarken Teams.
  • VfR Baumholder: Als Aufsteiger gleich auf Platz fünf der Verbandsliga gestürmt - eine famose Leistung der Baumholderinnen, zumal der VfR vor Saisonbeginn mit Ann-Kathrin Schinkel und Tino Hebel Leistungsträgerin und Trainer verlor. Doch das Team und der neue Coach Bernd Mai wurden schnell zu einer homogenen Einheit und überzeugten in der neuen Klasse. Nicht zu vergessen: Im Pokal glückte der Sprung ins Südwest-Halbfinale.

Jugend-Mannschaft
  • JSG Veitsrodt: Im Schatten der Männer vom TuS Mörschied wurden auch die A-Junioren - teilweise mit identischen Spielern - Meister der Bezirksliga. Im Saisonendspurt offenbarten die Veitsrodter das deutlich bessere Nervenkostüm als Kontrahent SC Idar. Die JSG Mörschied/Veitsrodt/Niederwörresbach wagt das Abenteuer Verbandsliga und steigt auf.
  • Spvgg Nahbollenbach: Die Daaler waren die beste Mannschaft des Kreises in der B-Junioren-Bezirksliga, lagen dabei lediglich fünf Punkte hinter Meister Eintracht Bad Kreuznach.
  • JSG Gimbweiler: Die Gimbweilerer waren in der B-Junioren-Kreisliga eine Klasse für sich, holten sich ungeschlagen mit 17 Siegen und nur einem Remis die Meisterschaft. Zudem zeigte das Team im Pokal sein Potenzial. Kein Bezirksligist konnte die Gimbweilerer stoppen, die sich in Bergen den Kreispokal holten. Erst im Bezirkspokal-Finale endete gegen Verbandsligist VfR Kirn die Siegesserie. Bei der JSG macht sich das wöchentliche Fördertraining mit renommierten Übungsleitern bezahlt.


Nahe Zeitung vom 25.06.2007, Seite 27.

Spieler der Saison
  • Ali Dibooglu (SC Idar-Oberstein): Er ist der Kopf, das Herz und der Motor des SC Idar-Oberstein. Aus der Mittelfeld-Zentrale heraus steuerte er das Unternehmen Aufstieg und Verbandsliga-Meisterschaft. Extrem gut sind sein Zweikampfverhalten und sein Umschalten von Ballgewinn auf Angriff. Kein Wunder also, dass der SC während Dibooglus Verletzungs-Auszeit sein einziges Saison-Tief durchlief.
  • Stefan Weinz (SC Birkenfeld): Der Stratege bewies seine Qualitäten auch in der ersten Saison, die er nicht unter der Regie seines Vaters und Ex-Trainers Hans-Joachim absolvierte. Im Gegenteil: Weinz junior übernahm noch mehr Verantwortung und wurde dadurch noch präsenter und stärker. Sein großes Plus: Er spielt in der Mittelfeld-Zentrale des SC Birkenfeld nie schlecht, höchstens mal weniger gut.
  • Frank Vogt (Bollenbacher SV): Das von Trainer-Kollege Christian Schwinn ausgeklügelte moderne Spielsystem des Bezirksliga-Meisters Bollenbacher SV basierte auf einer Mann-gegen-Mann-Deckung und auf der Zweikampfstärke, taktischen Intelligenz und Cleverness eines Frank Vogt. Ohne ihn wäre die System-Umstellung nicht möglich gewesen.
  • Björn Müller (SV Weiersbach): Die Ausbildung in Blaubach war erstklassig. Trotzdem dauerte es ein paar Jährchen bis sich Müller beim SV Weiersbach freischwamm. Das ist nun eindrucksvoll gelungen. Vielleicht auch deshalb, weil er seine Idealposition gefunden hat. An der Seite von Trainer Martin Mayer ist Müller zu einem der besten Innenverteidiger der Liga gereift.
  • Thorsten Ranft (TuS Mörschied): Nachdem die bisherigen Kandidaten eher defensiv orientiert waren, gehört Thorsten Ranft vom TuS Mörschied zur Kategorie Torjäger. Er war der Treffergarant dabei, der A-Klasse nach 40 Jahren Adieu zu sagen. Er erzielte nicht nur Treffer wie am Fließband, es waren auch viele schwierige Dinger und vor allem viele wichtige Führungstreffer dabei. Als Co-Trainer übernimmt er auch Verantwortung, lebt auf dem Platz Fußball, kennt dann keine Freunde, sondern nur den Weg des Balles in die Maschen.
  • Sascha Gräf (TuS Tiefenstein): Der Oldie erlebte seinen x-ten Frühling, den er mit vielen wichtigen Toren garnierte. Diese führten den TuS Tiefenstein zur Meisterschaft in der Kreisliga. War einer der Ruhepole in einer ansonsten jungen Mannschaft. Zieht sich nun erneut zurück...

Spielerin der Saison
  • Anja Klein (DSG Breitenthal/Tiefenstein): Sie reichte nicht ganz an ihre Vorjahresmarke (40 Tore) heran, doch damals standen ihr 24 Spiele zur Verfügung, diesmal nur 20 - und da sind 36 Treffer natürlich auch eine Mega-Quote. Die Torjägerin der DSG Breitenthal/Tiefenstein war somit erneut die Garantin für die Meisterschaft. Sie ist immer anspielbereit und unheimlich abgezockt im gegnerischen Strafraum.
  • Isabell Busch (SV Niederhambach): Sie war eine der wenigen Konstanten in einer eher durchwachsenen, von vielen Ausfällen geprägten Saison des Verbandsligisten SV Niederhambach. Isabell Busch zeigte ihre Klasse auch oder gerade im Duell mit der DSG, in dem sie alle drei SVN-Tore erzielte und das mit der einzigen Saison-Niederlage der Breitenthalerinnen endete. In der Sommerpause wechselt sie nun auch zur DSG.
  • Michelle Hobein (SC Kirn-Sulzbach): Die ehemalige Jugendspielerin des SC Idar-Oberstein schaffte den Sprung von der Bezirksliga (TuS Mackenrodt) in die Verbandsliga (SC Kirn-Sulzbach) problemlos und machte auch eine Klasse höher, was sie am besten kann: viele Tore schießen.
  • Simone Gans (TuS Mackenrodt): Beim TuS Mackenrodt wurden in der abgelaufenen Spielzeit kleinere Brötchen gebacken. Statt Meisterschaftskampf war diesmal Mittelfeld angesagt. An einer lag das garantiert nicht: Simone Gans erreichte stets ihr gewohntes Niveau und spielte eine gute Saison.
  • Marie Fuhr (VfR Baumholder): Shootingstar in der Verbandsliga, überzeugte von Beginn an als schnelle Stürmerin und sichere Vollstreckerin im Überraschungsteam aus Baumholder, das als Aufsteiger auf Platz fünf stürmte. Marie Fuhr war mit wichtigen Toren auch am Einzug des VfR ins Verbandspokal-Halbfinale beteiligt. Auch sie wechselt wie Isabell Busch nun in die Regionalliga, bereichert die "Kreis-Auswahl" der DSG Breitenthal.

Schiedsrichter der Saison
  • Mathias Fuchs (SV Regulshausen): Der Titelverteidiger vom SV Regulshausen hat erneut eine sehr solide Runde hinter sich. Die Spieler schätzen an ihm, dass er selbst Fußball spielt und deshalb viele Situationen realitätsnäher beurteilen kann.
  • Miriam Dräger (SC Kirn-Sulzbach): Ihre ausgezeichneten Leistungen in der zurückliegenden Saison wurden von DFB und Fifa gewürdigt. Der DFB nominierte sie zum vierten Mal für das DFB-Pokalfinale in Berlin - diesmal als Assistentin. An der Linie wird sie nach strenger Auswahl des Weltverbands auch die WM im September in China erleben. Die Unparteiische des SC Kirn-Sulzbach ist damit das sportliche Aushängeschild des Fußball-Kreises Birkenfeld in Deutschland und weltweit - und ein sympathisches dazu.
  • Hansel Adam (TSG Idar-Oberstein): Die Zuverlässigkeit und die Leistungen des langjährigen Schiedsrichters der TSG Idar-Oberstein sind beeindruckend. Viele Vereine freuen sich, wenn sie ihn sonntags um 14.15 Uhr sehen und er ihre Spiele leitet.
  • Karl-Heinz Becker (SG Unnertal): Der Mann von der SG Unnertal ist einer der Schiedsrichter, von denen man weiß: Wenn sie das Spiel leiten, dann kann nichts schief gehen. Seine Souveränität, seine Ruhe und seine Übersicht zeichnen ihn aus.
  • Rafael Fewinger (SC Idar-Oberstein): Feierte eine genauso kuriose wie starke Premiere in der Verbandsliga, als er kurzfristig ein Spiel des SC Idar-Oberstein übernahm. Überzeugte auch bei zahlreichen Top-Spielen im regionalen Bereich, agiert sehr entscheidungssicher.


Nahe Zeitung vom 29.06.2007, Seite 11.
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